Picknick am Weinhang
Jürgen Ferrary
16. Juni 2026

Eine der größten Sorgen vieler Menschen ist die Sorge ums Geld. Werde ich morgen noch meine Miete bezahlen können? Wie soll ich meine Familie versorgen, wenn alles teurer wird? Werde ich im Alter genug haben? Reicht das Geld bis zum Monatsende?

Solche Fragen können enormen Druck erzeugen. Sie rauben Schlaf, Freude und manchmal sogar Hoffnung. Interessant ist: Geldprobleme gehören zu den häufigsten Gründen für Konflikte in Beziehungen und Ehen. Kein Wunder also, dass das Thema uns so beschäftigt.

Und genau hier berührt die Bergpredigt einen weiteren Bereich unseres Lebens. In den vergangenen Tagen haben wir gesehen: Geistlich arm zu leben bedeutet, auf Gottes Weisheit, Gottes Kraft, Gottes Timing und Gottes Verteidigung zu vertrauen.

Heute kommt ein weiterer Gedanke dazu: Ich verlasse mich auf Gottes Reichtum und nicht auf meinen eigenen. Warum ist das so wichtig? Weil viele Menschen ihr Sicherheitsgefühl an Dinge knüpfen, die sie verlieren können.

Wenn dein Bankkonto deine Sicherheit ist, dann bist du nur so sicher wie der Kontostand darauf. Wenn dein Job deine Sicherheit ist, dann bist du nur so sicher wie dein nächster Arbeitsvertrag. Wenn deine Investitionen deine Sicherheit sind, dann bist du nur so sicher wie die nächste Krise an den Finanzmärkten.

Alles, worauf wir unser Vertrauen setzen, außer Gott, kann uns irgendwann genommen werden. Paulus schreibt: „Aus seinem großen Reichtum wird euch Gott durch Jesus Christus alles geben, was ihr zum Leben braucht.“ (Philipper 4,19)

Beachte: Paulus spricht nicht von allem, was wir uns wünschen. Er spricht von allem, was wir brauchen. Gott verspricht Versorgung. Ich habe einmal ein Bild gehört, das mir sehr geholfen hat. 

Stell dir vor, du gehst morgens in die Küche, drehst den Wasserhahn auf – und es kommt kein Wasser. Du würdest vermutlich nicht sofort in Panik geraten und denken: „Jetzt gibt es auf der ganzen Welt kein Wasser mehr!“

Nein. Du würdest vermuten, dass irgendwo eine Leitung verstopft ist oder ein Rohr beschädigt wurde. Warum? Weil der Wasserhahn nicht die Quelle ist. Er ist nur die Zuleitung. Genau das vergessen wir oft.

Unser Gehalt ist nicht die Quelle.Unsere Arbeitsstelle ist nicht die Quelle. Unsere Rente ist nicht die Quelle. Unsere Investitionen sind nicht die Quelle. Das alles sind lediglich Zuleitungen. Die Quelle ist Gott.

Und wenn eine Leitung wegbricht, ist Gott nicht ratlos. Er kann neue Wege schaffen. Neue Türen öffnen. Neue Möglichkeiten schenken. Deshalb bedeutet geistliche Armut auch zu erkennen: Meine Versorgung hängt letztlich nicht von meinen Möglichkeiten ab, sondern von Gottes Möglichkeiten.

Jobs können kommen und gehen. Märkte können steigen und fallen. Kontostände können wachsen oder schrumpfen. Aber Gott bleibt derselbe. Die eigentliche Frage lautet deshalb nicht: „Wie viel habe ich?“ Sondern: „Wem vertraue ich?“

Kleine Herausforderung: Wenn du heute über deine Finanzen, deine Zukunft oder deine Versorgung nachdenkst, dann frage dich ehrlich: Wo suche ich meine Sicherheit – bei meinem Kontostand oder bei Gott? Und dann bring genau diese Sorge bewusst im Gebet zu ihm.

Sei gesegnet!

„Sicherheit besteht nicht darin, alles unter Kontrolle zu haben, sondern darauf zu vertrauen, dass man auch mit dem Unkontrollierbaren umgehen kann.“ – Marie von Ebner-Eschenbach

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